NPD Bezirksverband Rhein-Main

21.09.2018

Lesezeit: etwa 8 Minuten

Interview mit dem Spitzenkandidaten zur Landtagswahl Daniel Lachmann: »Wir kämpfen stets mit offenem Visier!«

Am 28. Oktober 2018 wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt. Seit dem 31. August 2010 ist Volker Bouffier (CDU) Ministerpräsident in Hessen, seit der letzten Landtagswahl im Jahr 2013 führt er das Land mittels einer schwarz-grünen Regierung. Hessen ist seit Jahrzehnten geprägt durch eine hohe Zuwanderung, gerade auch von Nicht-Europäern. Laut der Ergebnisse des letzten Zensus weist Hessen mit 25,5 Prozent den zweithöchsten Migrantenanteil unter den deutschen Flächenländern nach Baden-Württemberg auf.

Die hessische NPD beschloß auf einem Landesparteitag im März 2017 in Büdingen, zur kommenden Landtagswahl anzutreten und wählte den Wetterauer Kreistagsabgeordneten und Stadtverordneten Daniel Lachmann aus Büdingen, der durch die dortigen kommunalen Wahlerfolge zu bundesweiter Bekanntheit gelangt ist, zu ihrem Spitzenkandidaten. Die DS sprach mit ihm.

DS: Herr Lachmann, sie sitzen seit 2006 für die NPD in der Stadtverordnetenversammlung von Büdingen und vertreten dort die Interessen der einheimischen Bevölkerung. Was sind Ihre Erfahrungen im Umgang mit den anderen Parteien?

Die Behandlung durch andere Stadtverordnete hat sich in den zurückliegenden Jahren sehr verändert. Zu Beginn schenkte man mir kaum Beachtung und auch auf die von mir eingebrachten Anträge wurde gar nicht oder nur kurz eingegangen. Man dachte wohl, mir als recht jungem Einzelabgeordneten würde irgendwann die Lust vergehen oder ich würde aufgeben. Doch das unterscheidet uns von den Altparteien, wir sitzen eben nicht in den Parlamenten, weil wir uns gesellschaftliche Anerkennung oder vermehrt Bauaufträge o.ä. erhoffen, wir repräsentieren dort unsere Partei und stellen uns den Feinden unseres Volkes mit offenem Visier entgegen. Sehr zur Verärgerung der selbsternannten »besseren Demokraten« stoßen wir mit unseren Anträgen und unserer parlamentarischen Arbeit nicht bei allen Abgeordneten auf Ablehnung. Spätestens seit der Wahl 2016 und dem Einzug von vier Abgeordneten in die SVV, stellt die NPD ein ernstzunehmender Faktor dar. Da wir nicht in Landtagen vertreten sind, müssen wir versuchen, unsere Mandate auf kommunaler Ebene zu nutzen, um unsere Forderungen in den Parlamenten zu thematisieren, was wir in Hessen auch stetig tun.

DS: Konnten Sie trotz der beschriebenen Ausgrenzungsstrategie des Establishments kommunalpolitische Erfolge verbuchen oder doch zumindest wichtige Akzente setzen?

Der Umgang ist bereits auf kommunaler Ebene - Kreistag, Stadtparlament und Ortsbeirat - sehr unterschiedlich. Für den einen oder anderen Vertreter der angeblichen Volksparteien ist es sichtlich oft nicht einfach, wenn man die Person oder deren Familie seit Kindestagen kennt, sich dem Abgrenzungswahn ihrer Sprecher anzuschließen. Gerade deswegen fällt dann auch in privaten Gesprächen so manche Hemmschwelle. Natürlich liegt es auch oft an einem selbst, wie offen man mit dem »politischen Gegner« umgeht. Bei allem was wir tun, ist unsere Weltanschauung unverhandelbar. Die politische und gesellschaftliche Entwicklung Europas gibt uns – leider - recht und bietet uns genügend Beispiele für die Richtigkeit unseres eingeschlagenen Kurses. Der Gegner ist es, der sich für seine katastrophale Politik rechtfertigen muß. Trauen werden sich die wenigsten, einem Antrag der NPD zu zustimmen. Das erfordert heutzutage schon »besonderen Mut«. Ein gutes Beispiel dafür ist ein Kandidat der Freien Wähler in Büdingen, der sich gegenüber der Presse schützend vor mich stellte und meinte, daß »man doch mit dem Daniel Lachmann reden müsse, wenn der gute Anträge einbringen würde«. Anschließend wurde dieser bei den Freien Wählern rausgemobbt.  Durch unsere unzähligen Anträge und Anfragen konnten wir den Eindruck den Bürgen in Büdingen verfestigen, daß die NPD arbeitswillig ist und sogenannte Tabu-Themen anspricht, die von den Stadtoberen nur allzu gerne unter den Teppich gekehrt werden. So konnten wir in den zurückliegenden Jahren schon so manchen Coup landen.

DS: Mit der AfD ist ja nun ein neuer politischer Akteur aufgetaucht, der zunächst auch zum Hoffnungsträger für viele Patrioten wurde. Wie sieht denn Ihre Erfahrung – oder die anderer NPD-Mandatsträger -  im Umgang mit AfD-Vertretern in den Kommunalparlamenten aus? Hält die »Alternative«, was sie ihren Wählern versprach?

Wenn man die Arbeitsleistung der 10-köpfigen AfD Kreistagsfraktion in meinem Landkreis beurteilt, müßte man diese mit der Note »mangelhaft« bewerten, da eine Arbeit dort faktisch nicht stattfindet und auch die Truppe alles andere als eine »Alternative« zu den etablierten Parteien darstellt. Die AfD kann man von »rechter Seite« sehr schnell in Bedrängnis bringen, wenn man z.B ein Burka-Verbot in Schulen fordert, was auch die Forderung der AfD laut deren Programm ist. Da wird dann um Ausreden gerungen, um zu belegen, weshalb man dem Antrag der NPD nicht zustimmen könne. Dies nimmt oft absurde Züge an, was auch vom gemeinsamen politischen Gegner oft mit Gelächter kommentiert wird. Aber auch dem Haushalt im Landkreis stimmte die AfD zu, obwohl dort alle Summen von Ausgaben für Asylanten und Ausländer aufgelistet sind und die NPD–Kreistagsfraktion darauf in einem Redebeitrag zuvor noch hingewiesen hatte. Der beantragten Streichung durch die NPD stimmten die AfD-Abgeordneten ebenfalls nicht zu. Die AfD kann mit ihrer Arbeit in den »sozialen Medien« vieles kaschieren, da diese finanziell gut ausgestattet ist, aber in vielen Landkreisen ist die Partei nur auf dem Papier präsent, zumindest ist dies meine Wahrnehmung in Hessen. Echte Basisarbeit und kommunalpolitisches Engagement werden von der AfD bisher nicht ausreichend in den Fokus genommen.

DS: Dieses nicht so optimale Bild, das die AfD bislang abgibt, war sicherlich auch ein Grund dafür, daß die hessische NPD sich zum Wahlantritt entschloß? Was ist Ihr Ziel bei der Landtagswahl?

Selbstverständlich wäre eine NPD–Fraktion im Landtag wünschenswert und die beste Option, aber man sollte sich zunächst realistischere Ziele, wie die Beibehaltung der Wahlkampfkostenrückerstattung setzen, die natürlich wiederum kein Selbstweck ist. Damit konnten wir in den zurückliegenden Jahren einige sinnvolle Projekte fördern und viele Aktionen durchführen, die sonst nicht möglich gewesen wären. Deshalb muß es auch im Interesse der Gesamtpartei liegen, daß wir in Hessen gemeinsam einen guten Wahlkampf ableisten. Eines der Ziele wird im Wahlkampf sein, leichtgläubige Wähler der Scheinalternative wieder dazu zu bewegen, die authentische nationale Partei zu wählen, die sich auch bereits seit Jahrzehnten für die Belange unseres Volkes einsetzt -  und keine Funktionäre, die zuvor bei der CDU oder den anderen Parteien die katastrophalen Zuständen mitgetragen haben, die sie nun vorgeben zu kritisieren. Die Zustände in unserem Land kamen nicht von heute auf morgen, sondern entwickelten sich für jeden sichtbar über Jahrzehnte hinweg – die letzte Groß-Invasion durch Scheinasylanten in den Jahren 2015/2016 war nur der vorläufige Höhepunkt. Wenn die AfD versagt, muß eine motivierte und gut organisierte NPD vorhanden sein, um die abtrünnigen, guten Leute der AfD aufzufangen.

DS: Gibt es neben den klassischen Themen Einwanderung, sprich Überfremdung oder innere Sicherheit, sprich Kriminalität, weitere Politikfelder, die Ihnen wichtig sind oder die im Wahlkampf eine stärkere Rolle spielen werden?

Die Kernkompetenz der NPD liegt natürlich auch in diesem Wahlkampf bei den Themen »Einwanderung« und »Asyl«, welche aber untrennbar mit den Themen wie »Sicherheit«, »Wohnraum« und »Verschuldung« verknüpft sind. Die hohen Ausgaben, trotz Zuschüsse vom Bund, setzen dem Land Hessen und dessen Kommunen stark zu. Dies wird auch immer häufiger von den »Gutmenschen« in den Parlamenten eingestanden. Das Thema »Sicherheit« ist mittlerweile leider nicht nur ein alltäglicher Dauerbrenner in den hessischen Großstädten wie Frankfurt, Offenbach oder Kassel, sondern auch in den ländlichen Regionen. Das »Sicherheitsgefühl«, welches es bis vor einigen Jahren noch ansatzweise gab, ist mittlerweile gänzlich verloren gegangen. Da Asylanten sich nach deren »Anerkennung« eine Wohnung suchen, meist eine Ein- oder Zwei-Zimmer-Wohnung, bekommen gerade jüngere Deutsche dies sogar bis ins hinterste Dorf zu spüren, welche Folgen die Asyl-Flut auf ihre Gegenden haben. Eine geeignete und bezahlbare Wohnung zu finden, ist oft eine Glückssache. Auf Themen wie die Abschaffung der Straßenanliegergebühren oder die geplante weitere Errichtung von Windkraftanlagen werden wir ebenfalls Wert legen, um aufzuzeigen, daß die NPD eben keine Ein-Themen-Partei ist. Wir haben ein gutes Programm und an uns liegt es nun, möglichst viele Menschen davon zu überzeugen. Wir sind auf jede helfende Hand im Sommer angewiesen.

DS: Herr Lachmann, herzlichen Dank für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen und Ihrer Mannschaft maximale Erfolge und viel Kraft für den bevorstehenden Wahlkampf!

Das Gespräch führte DS-Chefredakteur Peter Schreiber

 

ZUR PERSON

Daniel Lachmann, Jahrgang 1980, geboren in Hanau und seit Lebensbeginn in Büdingen wohnhaft, gelernter Bäcker und Bürokaufmann, derzeit angestellt als Geschäftsführer der NPD-Hessen. Daniel Lachmann ist seit August 1998 Mitglied der NPD und seit dem Jahr 2000 im Kreisvorstand der NPD-Wetterau aktiv, von 2003 bis 2015 als dessen Kreisvorsitzender. Seit April 2018 ist er Vorsitzender des Landesverbandes Hessen. Seit der Kommunalwahl 2006 war er - als Einzelkämpfer - Mitglied der Büdinger Stadtverordnetenversammlung und Mitglied der Wetterauer NPD-Kreistagsfraktion. Seit der Kommunalwahl im März 2016 ist er Vorsitzender der Fraktionen in Büdingen und des Wetterauer Kreistages.

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